Tbilisi

Diesen Blogeintrag möchte ich dazu nutzen, um Tbilisi etwas genauer zu beschreiben. Mittlerweile habe ich mir schon einen groben Überblick über die Stadt angeeignet und weiß, wie man zu den wichtigsten Orten gelangt. Immer wieder aufs Neue verwundert der hektische Verkehr in der Stadt. Große Straßen lassen sich eigentlich nur durch die zahlreichen Unterführungen „unterqueren“. Interessant sind die vielen kleinen Geschäfte in diesen meist dunklen und feuchten Gängen. Unter den größeren Plätzen findet man ein wahres Labyrinth an unterirdischen Einkaufszonen. Meist werden hier günstige  Schuhe und Kleidung, Plastikspielzeug oder kopierte Markenartikel wir z.B. Uhren verkauft. Auf den Treppenstufen sitzen oft ältere Frauen in schwarzen Gewändern, die um eine kleine Spende bitten.

Die Hauptachse der Stadt ist der Rustaveli Boulevard, der von den nördlich gelegenen Vorstädten zum Freiheitsplatz führt. Die Straße ist gesäumt von teuren Boutiquen und Hotels. Aber auch kleine Cafés und Restaurants findet man versteckt in den Hinterhöfen. Hier bekommt man etwas Ruhe vom hektischen Treiben in den Straßen. Hinter dem Freiheitsplatz winden sich die engen Straßen der Altstadt den Berghang hinauf. Das Viertel ist mit seinen Restaurants und Souvenirshops größtenteils touristisch geprägt. Aber je weiter man die Gassen zur alten Festung Tbilisi hinaufschlendert, desto ruhiger wird es. Hier oben ist die Luft auch deutlich besser, denn die Stadt ist meist von einer staubigen Dunstglocke eingehüllt. Wenn man abends vom Talrand über die Stadt blickt, erkennt man deutlich das Flackern der Lichter durch die Verunreinigung der Luft und versteht, warum Tbilisi als eine der Städte mit der größten Luftverschmutzung weltweit gilt. Der Hauptgrund ist, dass der öffentliche Personennahverkehr eher dürftig ausgebaut ist, und viele Menschen auf ein Auto angewiesen sind. Der Sohn unseres Vermieters erzählte uns, dass er lange Zeit gebrauchte Autos in Deutschland gekauft und nach Georgien importiert hat. Und auch auf den Straßen sind vor allem ältere Diesel von Mercedes oder BMW zu sehen.

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Die alte Festung

Um schnell von A nach B zu kommen, ist das Taxi eine gut und relativ preisgünstige  Alternative. Für die ca. 14 km lange Fahrt vom Stadtzentrum zu unserer vorläufigen Wohnung bezahlen wir z.B. durchschnittlich 7 Euro. Dies ist vor allem der großen Konkurrenz unter den Taxifahrern geschuldet. Die Regierung erlaubt jedem Bürger, steuer- und lizenzfrei mit seinem Auto Taxifahrten anzubieten. Das hat dann aber auch zur Folge, dass man unter Umständen in einem Auto ohne Sicherheitsgurte und mit kaputtem Tacho durch die Stadt gefahren wird.

Meinen ersten Eindrücken nach erlebt die Stadt zurzeit einen echten Bauboom. An vielen Stellen schießen neue Hochhäuser wie Pilze aus dem Boden und stehen im Kontrast zu verfallenen Plattenbauten und grauen Betonskeletten von Investitionsruinen. Denn es gibt auch viele Ecken und Straßenzüge, die dringend einer Renovierung bedürfen. Diesen Kontrast zwischen hochmodern und baufällig findet man oft in Tbilisi. Autos sind entweder luxuriös oder für unsere Verhältnisse ziemlich ramponiert. Und auch Hotels und Geschäfte machen entweder einen überdurchschnittlich noblen Eindruck oder sind schon deutlich in die Jahre gekommen.

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Das Biltmore Hotel

Ein besonderes Highlight von Tibilisi sind die vielen Aussichtspunkte mit einem grandiosen Blick über die Stadt. Es gibt mehrere Seilbahnen, mit denen man zum Beispiel zum Fernsehturm oder zur Statue der „Mutter Georgiens“ fahren kann. Diese hält übrigens ein Schwert für die Feinde und eine Schale Wein für die Gäste in ihren Händen. Das Stadtpanorama finde ich sehr beindruckend, nicht zuletzt  wegen der Landschaft, in die Tbilisi eingebettet ist. Außerhalb der Stadt ragen sandige Felsen in die Höhe, die an eine Wüstenlandschaft erinnern. Die Hochhäuser am Stadtrand stehen sind dazu in einem atemberaubenden Kontrast.

 

 

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