Meine Arbeit bei ICCN

Seit mittlerweile fast zwei Monaten arbeite ich nun bei ICCN, dem „International Center on Conflict and Negotiation“. In diesem Blogeintrag möchte ich über meine ersten Erfahrungen und Eindrücke sowie meine Aufgaben dort berichten. Am 18. August habe ich mich morgens für meinen ersten Arbeitstag auf den Weg in meine Organisation gemacht. Das Büro liegt in einer kleinen Straße unweit des Liberty Square. Am ersten Tag habe ich mit Nina, meiner Chefin, darüber gesprochen, wie ich mich in der Organisation einbringen kann. Genauso wie Alica, meine Vorgängerin aus dem letzten Jahr, wurde mir vorgeschlagen, in den ersten Monaten eine Recherchearbeit zu verfassen. Ich soll mich mit einem Problem beschäftigen, das in Zukunft eine wichtige Rolle für die Arbeit von ICCN spielen wird:

Georgien hat bereits im Jahr 2014 ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union unterzeichnet, welches zur Errichtung einer Freihandelszone zwischen Georgien und der EU führen soll. Dafür müssen georgische Unternehmen die Produktstandards der EU erfüllen. Dies hat jedoch zur Folge, dass der Handel mit den von Georgien abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien sowie mit Russland weiter erschwert wird. Denn hier gelten zum großen Teil die Normen der Eurasischen Wirtschaftsunion, einer Wirtschaftsgemeinschaft von Ländern aus dem postsowjetischen Raum. Außerdem werden nach der Umstellung viele georgische Produkte zu teuer für diesen Markt werden. Der Graben zwischen den ohnehin schon zerstrittenen Konfliktparteien würde sich in Zukunft also noch weiter vergrößern. Ich soll mich mit der Frage beschäftigen, wie durch ein Handelsabkommen zwischen der EU und der Eurasischen Wirtschaftsunion diese Gräben überwunden werden können und was so eine Vereinbarung zu einer friedlichen Konfliktlösung beitragen könnte.

Als Nina mir dieses Thema vorschlug, war ich begeistert, und da ich mich sehr für Wirtschaft, insbesondere Handel, interessiere, passt das natürlich genau. Gleichzeitig war ich aber auch überfordert, denn ich habe mich vorher noch nie genauer mit einem so komplexen Thema beschäftigt. Mittlerweile habe ich mich aber ganz gut eingearbeitet und komme mit dem Schreiben gut voran.

Nebenbei bekomme ich immer wieder kleinere Aufgaben, wie zum Beispiel deutsche Pressestimmen zum Referendum in Katalonien zusammenzufassen, oder eine Präsentation über die Bundestagswahl vorzubereiten. Außerdem durfte ich schon an verschiedenen Konferenzen teilnehmen, wie zum Beispiel an einem Treffen des Internationalen Strafgerichtshofs mit Nichtregierungsorganisationen aus Georgien, bei dem Untersuchungen zum Kaukasuskrieg im Jahr 2008 geplant wurden.

Die Arbeit bei ICCN macht mir sehr viel Spaß, auch wenn es manchmal ein bisschen stressig ist. Vor allem angesichts der Tatsache, dass es bei einem Freiwilligendienst durchaus vorkommen kann, dass man in den ersten Monaten nicht viel in seiner Organisation zu tun hat, bin ich sehr zufrieden.

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