Kurzurlaub im Kaukasus

Vom 10. bis 12. November, sind Hanna, Lotte, Leonie, Johann und ich für zwei Nächte nach Stepanzminda (Kasbegi) gefahren, einem nach dem Heiligen Stephan benannten Ort im Großen Kaukasus nördlich von Tbilisi. Nachdem wir schon fast drei Monate in Georgien sind, wollten wir mal etwas mehr vom Land  sehen. Unsere georgischen Arbeitskollegen reagierten mit großem Erstaunen auf unsere Pläne, zu dieser Jahreszeit ins Gebirge zu fahren: Vor eisigen Temperaturen und zugeschneiten Passstraßen wurden wir  gewarnt.

Wir ließen uns aber von unserem Vorhaben nicht abbringen und sind am Freitagabend zur Marschrutkahaltestelle gegangen, von wo die Kleinbusse in die verschiedenen Regionen Georgiens aufbrechen. Nachdem uns einige Taxifahrer uns weismachen wollten, unsere Marschrutka sei schon lange abgefahren, fanden wir dann doch die richtige. Circa drei Stunden dauerte die Fahrt auf der bekannten und sehr kurvenreichen Georgischen Heerstraße, die von Tbilisi aus nach Norden zur russischen Grenze führt. Der Großteil des Weges verlief in der Dunkelheit, weswegen wir keine Vorstellung davon hatten, was uns am nächsten Morgen, immerhin in 1800 Meter Höhe, erwartete.

Um den besten Blick auf die Berge zu bekommen, sind wir um 7 Uhr aufgestanden. Als ich vor die Tür unserer Unterkunft trat, waren die Gebirgsketten noch wolkenverhangen. Aber nach wenigen Minuten offenbarte sich uns ein grandioser Blick auf den von der Morgensonne beschienenen Kasbek, welcher mit 5047 Metern zu den höchsten Gipfeln Georgiens gehört. Nach der griechischen Mythologie wurde hier der Titan Prometheus zur Strafe angekettet, nachdem er den Göttern das Feuer raubte und es den Menschen brachte. Mit dieser Geschichte im Hintergrund wirkte der Berg noch beeindruckender.

Nach dem Frühstück  haben wir uns dann auf den Weg zur Gergetier-Kirche, der Heiligen-Dreifaltigkeitskirche, gemacht, die auf einer ca. 2200 Meter hohen Bergkuppe liegt. Die Kuppelkirche aus dem 14. Jahrhundert ist ein beliebter Wallfahrtsort. Nach einer zweistündigen Wanderung vorbei an alten Ruinen und Gebirgsbächen durch die karge und unwirtliche, aber großartige Berglandschaft erreichten wir den Gipfel, von dem wir einen guten Blick auf die umliegenden, schroffen Berghänge hatten. Der eisige Wind zwang uns jedoch relativ schnell zum Abstieg.

Die Rückfahrt nach Tbilisi am Sonntag war ein weiteres beeindruckendes Erlebnis. Bei klarem Himmel überquerten wir den auf fast 2400 Meter liegenden Jvari Pass, der von vergletscherten Berghängen umgeben ist.

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