Kutaissi und Batumi

Am Freitag, den 9. März, hat mich Jenny aus Deutschland in Georgien besucht. Dies habe ich dazu genutzt, um mit ihr, neben Tbilisi natürlich, die beiden Städte Kutaissi und Batumi anzuschauen. In diesem Beitrag möchte ich darüber berichten.

Ich habe mich am Morgen auf den Weg nach Kutaissi gemacht, um Jenny dort vom Flughafen abzuholen. Von der kleinen Stadt in Westgeorgien aus gibt es viele günstige Flugverbindungen in einige Großstädte Europas, die vor allem von Georgiern genutzt werden, um die kürzlich errungene Visafreiheit in der EU für Reisen zu nutzen.

Während der Fahrt vorbei an vielen eher trostlosen Dörfern, aber auch durch grandiose Landschaft, sind mir immer wieder riesige, schon halb verfallene Fabrikanlagen aufgefallen, die teilweise mitten im Nirgendwo stehen. Wahrscheinlich hatten diese ihre Blüte in der Sowjetzeit, als Georgien gut in die Wertschöpfungskette der UdSSR eingegliedert war und als die Sowjetrepublik mit dem höchsten Lebensstandard galt.

Der ca. 140.000 Einwohner große Ort Kutaissi ist an sich nicht besonders spektakulär. Die Innenstadt macht einen sehr netten Eindruck, wirkt aber für eine Stadt dieser Größe etwas ausgestorben. Während es in Tbilisi nahezu an jeder Ecke ein nettes Café gibt, muss man in Kutaissi doch einige Zeit lang suchen, um einen Ort zum Verweilen zu finden. Bei Restaurants besteht das gleiche Problem. Zwar gibt es überall Möglichkeiten zur Einkehr, diese entsprechen aber so ganz und gar nicht dem doch eher hohen Standard, den man aus Tbilisi gewöhnt ist. Sehenswert ist vor allem der überdachte Markt, auf dem es eine große Auswahl an allem gibt, was man so für den täglichen Bedarf braucht: Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch natürlich, aber auch Heizungen, Hygieneprodukte und Gewürze. Es ist hier besonders interessant, die Einkaufenden zu beobachten. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Bagrati-Kathedrale aus der Zeit um 1000, welche Endes des 17. Jahrhunderts von den Osmanen zerstört wurde. Die Ruinen waren einige Zeit lang auf der UNESCO Weltkulturerbe-Liste; als die Kirche aber wieder neu aufgebaut wurde, verlor sie diesen Titel. Trotzdem ist die Innengestaltung sehr ansprechend und für meinen Geschmack auch nicht so kitschig wie in vielen neuen Kirchen Georgiens.

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Nach zwei Tagen sind wir weiter nach Batumi am Schwarzen Meer nahe der türkischen Grenze gefahren. Hier befindet sich der wichtigste Hafen Georgiens, der vor allem für den Öltransport von Aserbaidschan nach Europa eine bedeutende Rolle spielt. Die Stadt hat ungefähr die gleiche Einwohnerzahl wie Kutaissi, macht aber einen ganz anderen Eindruck. Investoren haben hier Hochhäuser, große Hotels und Vergnügungsbauten wie Casinos errichtet, die Touristen anziehen sollen. Die Gebäude mit oft fragwürdigem ästhetischem Anspruch erstrecken sich entlang der Seepromenade, die auch gleichzeitig der erste gut benutzbare Fahrradweg ist, den ich bis jetzt in Georgien gesehen habe. Beim Bau wurde mit aufwendigen Verzierungen hantiert, griechischen Säulen und goldenen Ornamenten. Alles wirkt ein wenig protzig, hat aber wenig mit der Realität im restlichen Georgien zu tun. Es schien mir fast dass man hinter diesen Fassaden die schlechte wirtschaftliche Situation des Landes verstecken möchte. Besonders spannend war die Fahrt mit der Seilbahn auf eine Aussichtsplattform außerhalb der Stadt. Von oben erkennt man gut wie, Batumi durch eine große Straße in einen Teil für die „reichen“ Touristen und einen Teil für die deutlich ärmere Bevölkerung geteilt ist, die hier wohnt. Relativ schnell stellt man fest, dass sich Batumi in einer subtropischen Klimazone befindet. Die Straßen sind von Palmen gesäumt, und zwischen den Wellen sahen wir die Rückenflossen einiger Delphine, während nur wenige Kilometer entfernt Schnee liegt. Auf dem Rückweg nach Tbilisi kann man noch etwas von der fortschrittlichen Seite Georgiens erleben. Mit dem Schnellzug, der voll und ganz europäischen Standards entspricht, ist man in ca. fünf Stunden in der Hauptstadt. Die Tickets kann man bequem mit einer Smartphone App buchen und die gesamte Fahrt über gibt es eine schnelle W-lan Verbindung.

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